Letztens führte ich eine Diskussion, ob Text besser lesbar ist, wenn wir die reguläre Rechtschreibung verwenden, also gemischte Majuskel-/Minuskelschreibung, oder alleinig nur klein schreiben?

Eines gleich vorweg: Reine Versalschrift ist schlecht lesbar, der Lesefluss wird gestört, die Geschwindigkeit sinkt. Dazu gibt es einige Studien (ich habe sie am Seitenrand notiert, da hier der Platz nicht reichte 😉 ).

Nun fand ich aber nicht wirklich viel über die Kleinschreibung selbst. Ich ging bisher davon aus, dass das reguläre Schriftbild durch die bei uns seit der Volksschule erlernte Gewohnheit auch optimal zu lesen ist. Das stimmt an sich auch, doch reine Kleinschreibung stört die Lesegeschwindigkeit so gut wie nicht, wie man leicht selbst feststellen kann.

Einige Gründe dafür:

  • Wenn wir sprechen unterscheiden wir auch nicht zwischen großen und kleinen Buchstaben
  • Am Satzanfang ist der Buchstabe immer groß geschrieben und damit schon determiniert, ohne Informationsgehalt, damit gilt Punkt 1 ebenfalls
  • Andere Sprachen, wie z. B. das Englische verwenden beinahe nur klein geschriebene Wörter (auch das Lateinische wechselte von der Versalschrift im Mittelalter zu einer dem Englischen ähnlichen Groß-/Kleinschreibung)

Warum schreiben wir also nicht immer klein? Eine gute Frage! Eine befriedigende Antwort wäre für mich Ästhetik, zumindest für Werke mit Anspruch, was für die meisten E-Mails und Chats ja wohl nicht gelten mag.